La cabane de la fin du monde
Der Ich-Erzähler dieses Romans hat drei beste Freunde: Joseph, Solal und Ilies. Doch es gibt ein Problem: Solal und Ilies können sich überhaupt nicht ausstehen. Der Ursprung ihres Streits: Fußball. Solal ist ein leidenschaftlicher Fan von PSG, während Ilies glühender Anhänger von OM (Olympique Marseille) ist. In einem Punkt sind sie sich jedoch einig: Fußball ist eine Religion, und die Mannschaft des jeweils anderen ist eine Beleidigung für die eigene. Die angespannte Situation wird zusätzlich dadurch verschärft, dass alle im selben Hochhaus leben. Als dann auch noch ein gewaltiger Sturm aufzieht – laut den Fernsehnachrichten der Sturm des Jahrhunderts –, kommt alles noch schlimmer. Die vier Jungen entwickeln eine geniale Idee: Sie wollen auf dem Dach ihres Hauses eine Hütte bauen, aus Paletten und allem, was sie auftreiben können. Doch am entscheidenden Tag läuft nichts wie geplant. Plötzlich sind sie gezwungen, zusammenzuhalten, rivalisierende Fußballteams hin oder her, um das Unwetter unbeschadet zu überstehen.

Thierry Magnier
128 Seiten
ISBN 979-1-035-20904-9
Paperback
12,90 €
ab 9 Jahre
Autor
Hervé Giraud ist Autor von Kinder- und Jugendliteratur. Nach seinen Anfängen im Journalismus zusammen mit dem Fotografen Jean-Charles Rey veröffentlichte er zahlreiche Werke, darunter „Pas folle la guêpe“ (2009). Sein Roman „Le Garçon qui croyait qu’on ne l’aimait plus“ (Seuil Jeunesse) stand 2022 auf der Shortlist des Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreises.
Begründung der Jury
Um dem angekündigten Sturm zu trotzen, beschließt eine Gruppe von Kindern, eine Hütte zu bauen und diesen Moment, den sie sich als Weltuntergang vorstellen, gemeinsam dort zu verbringen. In diesem improvisierten Kammerspiel kommen jedoch die Spannungen, Zugehörigkeiten, Rivalitäten und Missverständnisse ans Licht, die ihre kleine Gemeinschaft durchziehen. Zwischen Loyalitätskonflikten, Vorurteilen, dem Wunsch nach Akzeptanz und dem Bedürfnis nach Freundschaft verläuft nichts wie geplant. Hervé Giraud inszeniert mit bemerkenswerter Genauigkeit eine Gruppe von Kindern: Jede Figur wird sowohl in ihrer Einzigartigkeit als auch in der Komplexität ihrer Beziehungen erfasst. Hinter der Fassade eines humorvollen Abenteuers greift der Roman ohne Schwere sehr aktuelle Themen auf — religiöse Identitäten, ererbte Rivalitäten, Ausgrenzung, Klima, prekäre Umstände — und bleibt dabei ganz nah an den kindlichen Emotionen. Besonders berührend ist die Art und Weise, wie Fantasie, Spiel und gemeinsam erlebte Angst zum Spiegel der Verletzlichkeiten ebenso wie der Möglichkeiten werden. Ein lebendiger, witziger und einfühlsamer Roman, der mit feinem Gespür von Toleranz, Freundschaft und dem Erlernen des Zusammenlebens erzählt.