Même les ogres ont la frousse
Für die Aufführung zum Schuljahresende bekommt Timoléon eine unerwartete Rolle: die eines Ogers. Ausgerechnet er, schüchtern und sensibel wie ein Kätzchen. Er ist überzeugt, dass er das niemals schaffen wird. Aber man sagt nicht nein zu einer geliebten Lehrerin, einer furchtlosen Schwester und einem Vater, der fest überzeugt ist, dass man mit etwas Willenskraft alles erreichen kann. Um Timos wilde Seite zu wecken, macht sich die Familie auf zu einer nächtlichen Expedition in den Wald. Doch wie so oft mit den verrückten Ideen seines Papas, endet das Campingabenteuer im Chaos... Ein witziger und herzlicher Roman über überschäumende Gefühle, das Theater des Lebens und die kleinen Verwandlungen, die alles verändern.

Actes Sud Jeunesse
112 Seiten
ISBN 978-2-330-20847-9
Paperback
13,90 €
ab 8 Jahre

Autorin
Anne Rehbinder ist Autorin und Fotografin. Sie nimmt regelmäßig an Ausstellungen in Frankreich und Europa teil und wirkt an der Herausgabe von Fotobänden mit. Zudem arbeitet sie für die Kulturpresse, für Theater- und Tanzkompanien sowie für Kulturinstitutionen. Ihr Roman „Beurre breton et sucre afghan“ (Actes Sud Jeunesse) stand 2022 auf der Shortlist des Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreises.
Begründung der Jury
Timoléon hat eine zarte Stimme, ein schüchternes Wesen und vor allem riesige Angst davor, bei der Aufführung zum Schuljahresende einen Oger zu spielen. Da er es nicht über sich bringt, die Rolle abzulehnen, die ihm seine geliebte Lehrerin anvertraut hat, lässt er sich zusammen mit seiner großen Schwester und seinem Vater auf eine nächtliche Expedition mitten in den Wald ein. Regen, unheimliche Geräusche, ein zerreißendes Zelt: alles scheint darauf angelegt, diese Nacht in eine Katastrophe zu verwandeln. Und doch entsteht aus diesem chaotischen Abenteuer nach und nach etwas anderes als bloße Furcht.
Mit Humor und Zärtlichkeit erzählt „Même les ogres ont la frousse“ („Selbst Oger kriegen Angst“) von der schrittweisen Zähmung der Angst und von jenen winzigen Verwandlungen der Kindheit, die das Verhältnis zu sich selbst tiefgreifend verändern. Ohne je zu überzeichnen, zeigt Anne Rehbinder, wie Spiel, Herausforderung und Fantasie zu Wegen hin zur Selbstermächtigung werden können. Berührend ist der Roman auch durch sein feinfühliges Porträt einer alleinerziehenden Familie, in der sich die Bindung langsam entwickelt, im Miteinander, in der Aufmerksamkeit und im gegenseitigen Verstehen. Ein einfühlsamer, humorvoller und treffender Text, der die Verletzlichkeiten der Kindheit ebenso mit Feingefühl einfängt wie die stille Stärke familiärer Bindungen.