Coquille d’œuf
Léon wünscht sich, dass seine Eltern ihn bei seinem richtigen Namen nennen. Er will nicht mehr auf den Namen Léonie hören, das ist er nicht, das ist jemand anderes. Alles, was er sich wünscht, ist, dass seine Eltern das endlich verstehen. Und dass die Kinder in seiner Klasse aufhören, ihn zu mobben. Vor allem aber wünscht sich Léon, weniger allein zu sein. Wenn alles zu schwierig wird, flüchtet er in seinen geheimen Rückzugsort, einen versteckten, von Dornen umgebenen Bunker. Doch er ist nicht der Einzige, der diesen geheimen Ort kennt. Nach der Schule treffen sich dort vier Jugendliche. Und wenn sie so wären wie er? Ausgestoßene, ohne einen Ort, an den sie wirklich gehören? Und was, wenn diese Jugendlichen sein Leben verändern könnten?

Seuil Jeunesse
160 Seiten
ISBN 979-1-023-52191-7
Paperback
10,90 €
ab 9 Jahre

Autorin
Florence Rivières ist Autor*in, Drehbuchautor*in und Game Writer/Narrative Designer*in. Dey studierte Philosophie an der Sorbonne sowie Theater in Minsk. Dey war Schauspieler*in, Regieassistent*in, Fotograf*in und Model. Dey setzt sich für inklusive Erzählungen ein, arbeitet sowohl an unabhängigen Projekten als auch an AAA-Titeln und unterrichtet Narrative Design an der Schule für Grafikdesign Brassart in Bordeaux.

Illustratorin
Hélène Le Cam studierte an der Kunsthochschule Les Beaux-Arts in Paris. Ihre Arbeit als Zeichnerin und Illustratorin erstreckt sich über verschiedene Bereiche: Kinder- und Jugendbuchillustration, Reportagezeichnungen und figurative Malerei.
Begründung der Jury
Zum Thema Geschlechtsdysphorie und Transidentität gibt es bislang wenige Kinderbücher, obwohl diese Fragen Kinder bereits im Grundschulalter beschäftigen können. Mit leuchtenden, lebendigen Illustrationen erzählt dieser Roman von der anfänglichen Einsamkeit eines Kindes und von der Solidarität, die es nach und nach erfährt. Eine einfache, sorgfältige Sprache und treffende Worte machen die Gefühle unmittelbar spürbar. Man hört die Geräusche des Verstecks, spürt die Weichheit des Fells einer getigerten Katze, schmeckt die gemeinsam geteilte Schokolade. Und man erkennt die Zeichen und Blicke, die Halt geben. Dieser Roman handelt weniger von der Suche nach sich selbst als vom Recht auf Respekt und Anderssein. Er erzählt von Solidarität und von der Suche nach einem safe place für alle, die sich anders oder ausgegrenzt fühlen. Solche Orte können überraschend sein: eine vom Krieg hinterlassene Ruine, die zwischen Dornen zum Zufluchtsort wird, oder ein hohler Baum im hinteren Teil eines Gartens, der stille Geborgenheit schenkt.
Wenn Freundschaft heilend wirkt, bleibt die Gewissheit, einen eigenen, sicheren Ortes zu haben, die unverzichtbare Grundlage, um sich zu entfalten, sich selbst zu verstehen und auch die anderen zu verstehen. Ein Roman zum Fühlen, Verstehen und Annehmen.
